Grönländertour 2025

Klompenzug Grönländer auf Radtour – immer der Mittelmosel entlang

 

Die diesjährige 3-tägige Wochenendtour führte einige Mitglieder des Klompenzuges „Grönländer“ der Kirmesgesellschaft Elsen in das schöne Moseltal, wo ein Teil des über 300 km langen Mosel-Radweges in Angriff genommen wurde. Leider nahmen letztlich – krankheitsbedingt oder durch andere Termine verhindert –  nur noch 4 Grönländer an der Tour teil, diese widmeten sich aber trotzdem einem sehr umfangreichen Programm. Ausgangspunkt der Unternehmungen war das Weingut Bastian, idyllisch gelegen über dem kleinen Weinort Brauneberg,

Weinfreunden bekannt durch den Brauneberger Juffer. Von Brauneberg aus wurde die Mittelmosel dann auf beiden Seiten des Flusses mit eigenen und ausgeliehenen Fahrrädern erkundet, wobei die Radtour an etlichen Stellen unterbrochen wurde, um z.B.  in einer  Straußenwirtschaft den einen oder anderen Riesling zu verkosten  oder auch ein Gläschen vom frischen Federweißen in Verbindung mit leckerem Zwiebelkuchen zu genießen.

Da  im Mittelpunkt des Moseltales der Wein steht, wurde der Abend des 1. Tages  dann auch auf einem Weinfest verbracht, und zwar in dem schönen Örtchen Lieser. Namhafte Winzer der Gegend rund um Lieser boten an diesem Abend an ihren Ständen eine große Auswahl ihrer Weine an  und die örtliche Feuerwehr legte dazu saftige Steaks auf den Grill, frei  nach dem Motto „Wir lassen hier nichts anbrennen“.   Mit einem einmal erworbenen Weinglas konnte man dann den ganzen Abend durch den Ort wandeln und an unterschiedlichen Stellen vom Rebensaft kosten. Aber nicht nur der Wein sorgte für entsprechend gute Stimmung, auch mehrere Musikgruppen , die im Ort selbst, aber  auch unmittelbar am Moselufer spielten, leisteten ihren Beitrag dazu.

Am 2. Tag der Tour stand der malerische Weinort Bernkastel-Kues im Mittelpunkt der Unternehmungen mit der Besteigung der Burgruine Landshut.

Der Aufstieg auf die Burg wurde anschließend mit einem grandiosen Blick auf die Mosel und den malerischen Ort Bernkastel-Kues belohnt. 

Am späteren Nachmittag besuchten die Grönländer dann das Zylinderhaus, ein Museum  für Nostalgie und Oldtimer, in dem über 200 historische  Fahrzeuge bestaunt werden konnten, begleitet mit viel Zeitgenössischem wie Unterhaltungsgeräten oder auch Spielautomaten.  Besonders viel Spaß hatten die Grönländer dabei mit den älteren Flipper-Geräten, die alle noch funktionstüchtig waren und so eifrig bespielt wurden, dass teilweise mehrere 100.000 Spielpunkte erreicht werden konnten.

Am 3. Tag bahnte sich ein weiterer Höhepunkt an: eine Kelterfahrt auf der Mosel mit einem Nachbau eines römischen Handelsschiffes, der Stella  Noviomagi aus dem 3. Jh. n. Chr., von Neumagen-Drohn aus bis nach Piesport.

Dort wurde eine römische Kelteranlage besichtigt, deren Grundmauern bei Bauarbeiten zufällig entdeckt und die dann aufwändig restauriert wurde. Mit einer Breite von 44 Metern und einer Tiefe von 22 Metern gilt diese Anlage als größte, bisher nachgewiesene Kelteranlage nördlich der Alpen. Während des interessanten Vortrags in der Kelteranlage wurde gleichzeitig auch Bekanntschaft mit dem Piesporter Goldtröpchen gemacht, einem Rieslingwein, der den Grönländern besonders gut mundete.

Der abschließende Teil der Tour  führte  die Grönländer auf ihrer Rückfahrt  noch durch das vom Jahrhunderthochwasser immer noch gekennzeichnete Ahrtal. In der Flut-Foto-Ausstellung in Ahrweiler wurde auf sehr beeindruckende Weise noch einmal deutlich vor Augen geführt, was ein ansonsten romantisch und  harmloser kleiner Fluss anrichten kann, wenn der Wasserstand von etwa einem Meter in kurzer Zeit auf über 9 Meter anschwillt.

Die ausgestellten  Bilder  der Hochwasser-Katastrophe, bei der 135 Menschen ihr Leben lassen mussten,  waren auch 4 Jahre nach der Flut immer noch erschütternd. 

Nach dem Besuch der Ausstellung neigte sich  die Grönländertour dann dem Ende entgegen und der Weg führte wieder zurück ins heimische Grevenbroich.

 

Reinhard Peppmeier