Klompenzug Grönländer aus Elsen unterwegs auf holländischen Kanälen und Seen
Auf der diesjährigen Grönländertour tauschten etliche Mitglieder des Klompenzugs „Grönländer“ ihre in der Kirmeszeit gewohnten Klompen gegen bequeme Bootsschuhe und erkundeten mit einer Charteryacht das von Wasserwegen und Meeren durchzogene holländische Friesland. Als Fortbewegungsmittel diente ihnen dabei die 15-Meter-Motoryacht Poseidon, die mit ihrer stattlichen Länge und einer beachtlichen Höhe von über 5 Metern in keinem der angesteuerten Häfen zu übersehen war.

Nach einer kurzen Einweisung durch das Charterunternehmen Zijda Yachting hieß es dann „Leinen los“, und die Grönländer nahmen für einige Tage das Steuer selbst in die Hand. Jeder Teilnehmer musste jetzt zeigen, dass er nicht nur zu den Ab- und Anlegemanövern etwas beitragen, sondern im Verlaufe der Tour auch das Schiff auf Kurs halten konnte.

Aufgrund des starken Windes und der Höhe des Schiffes war das Kurs-Halten jedoch keine leichte Aufgabe, aber nach anfänglichen Schwierigkeiten erlangten die Grönländer immer mehr Routine beim Steuern der Yacht. So konnten bald auch enge Passagen zwischen den Steuer- und Backbordtonnen sowie enge Brückendurchfahrten problemlos gemeistert …

…und die Yacht in den Häfen mit entsprechenden Seemannsknoten fachmännisch in den Liegeboxen festgemacht werden. Am Ende des Törns hatten dann alle das Gefühl, dass ihnen in den Tagen auf dem Wasser Seebeine gewachsen waren und sie sich zunehmend zu echten Seebären entwickelt haben.


In einigen Situationen wurden die Grönländer auch von ihrer Vergangenheit als klompentragender Verein eingeholt. Das lag daran, dass sich viele Brücken in Friesland erst dann öffneten, wenn in den von einem Brückenwärter an einer Angel heruntergelassenen Klompen das fällige Brückengeld gelegt worden war.
Auf dem Törn wurden etliche malerische Städte wie Joure, Sloten, Woudsend, Heeg und Langweer angelaufen.



In Woudsend konnte dabei auch eine voll funktionstüchtige Windmühle aus dem Jahr 1740 besichtigt werden,

wobei man von einem friesischen Müller fachmännisch in die Kunst des Kornmahlens eingeführt wurde.

Nicht unerwähnt bleiben sollte aber auch, dass es einige Schwierigkeiten zu meistern gab. So mussten die Grönländer z.B. nach einer längeren Fahrt über einen Kanal feststellen, dass sich eine Brücke nicht öffnete und man aufgrund der Höhe des Schiffes unter dieser nicht durchfahren konnte. Letztlich musste man dann den gesamten Kanal zurückfahren und sich eine neue Route suchen.

Dieses Erlebnis tat aber der guten Stimmung an Bord keinen Abbruch,

so dass alle Mitfahrer von den Tagen auf den Kanälen und Seen begeistert waren und sich schon jetzt die Frage stellt, wohin es denn im Jahr 2027 gehen wird, wenn es wieder heißt: Grönländer on tour !
